Wer hat die schönsten Farben?

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Das Sehen ist für uns Menschen von höchster Wichtigkeit, denn unsere Augen vermitteln uns die Kenntnis von Form und Farbe der Gegenstände um uns herum, indem sie Lichtsignale empfangen und auswerten. Das Wort Farbe entstammt dem althochdeutschen „farawa“ und bezeichnete zunächst eine allgemeine Eigenschaft oder auch den Charakter eines Gegenstandes. Erst später wurde der Begriff auf die Pigmentierung und Buntheit bezogen.

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Die meisten Primaten, so auch der Mensch, können Farben sehen und als eine herausragende Eigenschaft von Materie empfinden. Farben spielen für unsere Teilhabe an der Welt eine ganz besondere Rolle, sowohl bezogen auf die Orientierung in Raum und Zeit, als auch für die Integration in unser soziales und kulturelles Umfeld. Alle Menschen, egal, aus welcher Kultur sie stammen, empfinden die Farben des Regenbogens über die gleichen physiologischen Mechanismen und reagieren auf die verschiedenen Wellenlängen des Lichts in vergleichbarer Weise.

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Die Morgenröte, das Himmelsblau, die verschiedenen Grüntöne der Pflanzen lösen im Menschen funktionelle Reaktionen hervor, die z.B. der optimalen Anpassung an die Umgebungsbedingungen dienen. So ist es auch leicht nachvollziehbar, dass Farben nicht nur auf unsere Psyche, sondern auch auf unseren Stoffwechsel und die hormonelle Balance wirken. Viele vegetative Funktionen, also die Abläufe im Körper, um die wir uns nicht bewusst kümmern müssen, reagieren auf Farben in spezifischer Art und Weise.

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Der gezielte Einsatz von Farben findet sich bereits bei den ersten Höhlenmalereien und zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Menschheitsgeschichte von der Antike bis in die Gegenwart. Farbe ist ein universeller Schlüssel für den Austausch von Informationen. Religion, Kunstgeschichte, Architektur - kein Bereich menschlicher Existenz kann auf Farben verzichten, so ist es leicht nachvollziehbar, dass Farben auch in der Medizin eine immer größere Rolle spielen.

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Die Schulmedizin tut sich zwar noch schwer, den Farben mehr als nur psychologische Wirkungen zuzubilligen, aber es gibt immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse, die erklären können, wie und warum die Farben in unserem Körper auch auf photochemischer und lichtbiologischer Ebene wirken. Hinzu kommt, dass gerade in der Medizin im Bereich bildgebender Verfahren wie auch in der Analytik auf farbiges Licht schon lange nicht mehr verzichtet werden kann - das reinste Farblicht findet sich in den High-Tech-Labors medizinischer Forschungseinrichtungen, um z.B. Blutbestandteile präzise messen zu können oder Zellfunktionen genau zu untersuchen.

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Wenn die verschiedenen Moleküle des Lebens durch ihr typisches Absorptionsverhalten (also die Fähigkeit, bestimmte Wellenlängen festzuhalten und andere wieder loszulassen) unter Laborbedingungen eindeutig charakterisiert werden können, warum sollte nicht auch genau diese Fähigkeit im Organismus selbst eine wichtige Rolle spielen? Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass gerade der „optische Fingerabdruck“ eines Moleküls dafür verantwortlich ist, dass es mit einem anderen Molekül reagieren kann oder auch nicht. Die Biochemie alleine kann nicht erklären, warum im Körper so viele chemische Reaktionen kontrolliert ablaufen können - hier muss man den Austausch von elektromagnetischer Energie mit einbeziehen, also die lebenswichtige Rolle von farbigem Licht!

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